
Melanie Müller empfiehlt „Treppe aus Papier“ von Henrik Szánto:“Das Haus bekommt alles mit: am längsten (knapp 90 Jahre) begleitet es, mit Unterbrechungen, Bewohnerin Irma. Ihre Kindheit in der Nazi-Zeit, ihr Aufbegehren als Jugendliche (in der sie das Haus für einige Jahre verlässt), sowie ihre Rückkehr bis in die Gegenwart, als sie ihre 16-jährige Nachbarin Nele besser kennenlernt. Nele ist schlecht in der Schule, besonders in Geschichte, und muss für die nächste Klausur so viel wie möglich über den zweiten Weltkrieg und die Jahre danach erfahren. Durch Zufall kommt sie mit Irma ins Gespräch, die ihr unverschönt erzählt, woran sie sich erinnert, einschließlich ihrer eigenen Nazi-Familie. Das weckt Neles Interesse und sie will mehr über ihre eigene Familie und deren Rolle im dritten Reich erfahren, doch ihre Eltern blocken ab…Auch Neles erste Liebe, Laura, der sie sich langsam annähert, kann sie nicht auf andere Gedanken bringen.
Ein Roman über Schuld, Reue und den Umgang damit, über die Verbindung von Vergangenheit und Gegenwart – erzählt von einem alten Haus, das die unterschiedlichsten Menschen miterlebt hat. Ein tolles und kluges Buch!“