
Nicola Bräunling empfiehlt Frau im Mond von Pierre Jarawan: „Die Zwillingsschwestern Lilit und Lina, libanesischer Abstammung, wachsen nach dem frühen Tod ihrer Eltern bei ihrem Großvater Maroun in Montreal auf. Er erzählt zunehmend von seiner Vergangenheit, aber es bleiben Lücken. Was hat es mit den kleinen Raketen auf sich, die er kenntnisreich baut und immer wieder mal starten lässt? Welche Symbole tragen die Erinnerungsstücke, die der Großvater akribisch hütet? Lilit und Lina hören zu und tragen Stücke zusammen, aber es ergibt sich kein Gesamtbild.
2020, mit Mitte 30, macht sich Lilit daher auf den Weg nach Beirut. Sie möchte Spuren ihrer Familie und insbesondere ihrer armenischen Großmutter, die die Kinder nie kennengelernt haben, finden.
Sie stößt auf ein Kinderheim mit gruseliger Vergangenheit, trifft Menschen, die viel zu erzählen haben, lernt einiges über den Libanon, seine Geschichte und die Kultur, und Stück für Stück erschließt sich ihr das Leben ihrer Großeltern und ihre unendliche Liebe.
Und sie stößt auf ein Projekt aus den 60er-Jahren: Die „Libanese Rocket Society“, die von ihrem Großvater als Professor in Beirut begründet wurde und die es sich zur Aufgabe gemacht hat, eine Rakete ins All zu schießen. Ein gewagtes und nahezu unmögliches Unterfangen zu dieser Zeit.
Jarawan erzählt extrem vielschichtig, lebendig und mit großem Wissen von einem gebeutelten Land und seinen Menschen. Und er erzählt eine große Familiengeschichte über drei Generationen, der man gefesselt folgt.“