
Nicola Bräunling empfiehlt „Unerwünschte Töchter“ von Miriam Carbe: „Miriam Carbe kommt als uneheliches schwarzes Kind in der westdeutschen Provinz zur Welt. Sowohl ihre Großmutter als auch der Vater des Kindes sind gegen die Geburt, ihre Mutter setzt sich gegen die Widerstände durch und das Kind erfährt bis ins Erwachsenenalter nicht, dass sie eigentlich unerwünscht war.
Als junge Frau beschäftigt sie sich ausführlich mit den Tagebüchern ihrer Mutter, Großmutter und Urgroßmutter. Alle drei Frauen haben – jeweils auf ihre Art – ihr Leben protokolliert und es den Nachfahrinnen vermacht. So ist ein wunderbares Bild über vier Generationen entstanden. Von der gutbürgerlichen und kräftig rassistischen Urgroßmutter im Vorkriegs-Dresden über die Großmutter, die immer im Schatten ihres Bruders steht bis zur freigeistigen Mutter, die gegen ihre inneren Dämonen kämpft.
Ein ganzes Jahrhundert in einem Buch, sehr leicht und sensibel von Miriam Carbe autofiktional beschrieben. Große Hochachtung für dieses Erstlingswerk.“